Trocken-Trenn-Toilette (TTC) eingebaut

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allhie
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Re: Trocken-Trenn-Toilette (TTC) eingebaut

Beitrag von allhie »

Klasse Arbeit.
Sieht absolut super aus !!!

Allhie
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Hydrostress
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Re: Trocken-Trenn-Toilette (TTC) eingebaut

Beitrag von Hydrostress »

Super Arbeit. 1A. Gehst Du damit in Serie ?
independent
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Re: Trocken-Trenn-Toilette (TTC) eingebaut

Beitrag von independent »

Ich danke euch für eure positiven Rückmeldungen.

Nein, ich gehe damit nicht in Serie, aber hoffentlich bald auf Reisen :-).
mpetrus
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Re: Trocken-Trenn-Toilette (TTC) eingebaut

Beitrag von mpetrus »

Wieviel wiegt denn dein Feststoffbehälter im leerem Zustand?
Ich stelle mir den relativ schwer vor mit dem dicken Holz und Motor.
Grüße Michael
independent
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Re: Trocken-Trenn-Toilette (TTC) eingebaut

Beitrag von independent »

Guten Abend, ich habe ihn nicht gewogen, weil ich gar keine Möglichkeit dazu habe, denke aber, dass es gesamt um die 2,5 kg sind. Der Motor hat laut Chinamann 318 g. Mit dem Gesamtgewicht bin ich aber mit Sicherheit unter dem der Nature's Head, die 12,7 kg auf die Waage schmeißt.
independent
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Re: Trocken-Trenn-Toilette (TTC) eingebaut

Beitrag von independent »

Guten Abend an alle Interessierten.

wir waren mit dem Wohnmobil 14 Tage unterwegs und haben die Toilette ausgiebig getestet - mein/unser Fazit dazu:

Es gibt unterschiedliche Arten des Campens. Manch einer fährt von Campingplatz zu Campingplatz oder Stellplatz und nutzt die dort vorhandene Infrastruktur und somit die bordeigene Toilette lediglich im Notfall. Bei derartigem Nutzungsverhalten kann ich von meiner Sicht aus nur raten, bleibt bei der Kassette, weil ihr die Vorteile einer TTT nicht nutzen könnt.

Campern, die die Toilette im Wohnmobil oft, oder so wie wir ausschließlich, nutzen..........Leute, baut um, ganz egal, ob eine fertige oder selbstgebaute TTT. Ich habe noch nie so stressfrei, hygienisch und geruchslos eine Toilette im Wohnmobil benutzt und deren Inhalt entsorgt - und in 10 Jahren campen kommen doch so einige Entleerungen zusammen. Ich frage mich auch, warum die Ausstatter noch immer nicht auf die Idee gekommen sind, diesbezüglich Alternativen anzubieten, weil genau diese TTT die Unabhängigkeit signifikant erweitern.

Doch der Reihe nach.

Vorausschicken möchte ich, dass ich für die Reise ein bisschen Werkzeug und Teile mitgenommen habe, um eben bei einem Mangel gleich eingreifen zu können.

Das mit dem selbstgebauten Tank wurde nichts und man muss sich eingestehen, wenn man etwas nicht kann und verloren hat. Das Material verformte sich stark und war zudem an den Schweißstellen undicht. Somit gingen wir vorerst mit einem 5-Liter-Kanister auf die Reise, dessen Inhalt dann nach einem guten Tag zu entsorgen war. Mittlerweile konnte ich einen 10-Liter-Kanister, welcher haargenau passt, auftreiben und wir die Reise mit diesem fortsetzten. Entsorgungsintervall jetzt spätestens am 3. Tag, weil man sonst Gefahr läuft, dass der Inhalt zu müffeln beginnt - zwar nicht im System, aber bei der Entsorgung, was ich ja verhindern wollte.

Am zweiten Tag der Toilettbenutzung beschwerte sich meine Frau, dass der Feststoffbehälter nicht nur erdig roch, sondern auch einen Touch von Zoogeruch hatte und ich musste ihr zustimmen, weil er war zwar nicht viel, aber doch vorhanden war. Ich schloss daraus, dass beide Lüfter einfach zu schwach und nicht fähig sind, die Gerüche direkt nach draußen zu befördern. Ich hatte vorsichtshalber den originalen Lüfter von Hymer (nicht den der Soganlage mit dem grünen Filter), der zwar einen Mordslärm macht, aber auch ordentlich Luft bewegt, mitgenommen, weil ich dem leisen Lüfter nicht wirklich traute. Der schwache Lüfter wurde aus- und der laute eingebaut. Die elektrische Verschaltung änderte ich insofern, als der leise Soglüfter jetzt ständig läuft und der laute Lüfter mit dem Öffnen des Motorventils in Betrieb geht. Auf Dauerbetrieb ist das Ding nicht auszuhalten, schon gar nicht in der Nacht, aber für die Sitzungsdauer ist er akzeptabel und saugt ordentlich was unterm Hintern weg.

Nach dieser Umbaumaßnahme war der Zoogeruch weg und nur mehr ein Hauch des erdigen Geruches wahrnehmbar. Die Nase meiner Frau ist aber extrem sensibel und ich hatte ja von Anfang an die Auflage, dass jeglicher Geruch vermieden werden sollte. Seufz, ja, es war Raunzen auf sehr hohem Niveau. Ich löste es insofern, als ich im Supermarkt ein Duftöl mit Holzstäbchen gekauft und dieses im Bad abgestellt habe. Was soll ich euch sagen, ein leichter Limonenduft weht einem um die Nase, wenn man das Bad betritt und es gibt keine störenden Faktoren mehr. Ergänzen möchte ich auch noch, dass der Zoogeruch nach fünf, sechs Tagen auch dann nicht mehr feststellbar war, wenn man bei offenem Deckel direkt über dem Feststoffbehälter roch, es war lediglich erdiger Geruch wahrnehmbar und ich führe das auf die beginnende Kompostierung und Trocknung zurück.

Noch ein Wort zur Entsorgung der flüssigen Stoffe: Ich habe zwei von diesen Kanistern, falls es wirklich einmal nicht gelingen sollte, das Flüssige zu entsorgen. Aber selbst, wenn man mitten im Wald steht, kann man das Flüssige problemlos entsorgen, weil es biologisch abbaubar ist. Natürlich sollte man darauf achten, nicht die gesamten 8 Liter an einer Stelle zu entsorgen, sondern schlückchenweise an mehreren Stellen. Ansonsten kann die Entsorgung in jeder Toilette erfolgen - beim Ausgießen sollte man schon aufpassen, dass nichts daneben geht -, ohne diese auf längere Zeit durch die Geruchsentwicklung für Nachfolgende unbenutzbar zu machen.....es riecht einfach nichts.

Zu den Feststoffen: Wir haben für uns festgelegt, den Behälter alle 14 Tage zu entsorgen, weil wir erstens das Papier mit einwerfen und zweitens der Quirl nach etwa 25 - 30 Sitzungen an die Grenzen seiner Kapazität kommt, der Motor tut sich dann schon echt schwer. Auch wollten wir zwei bis drei Tage Spielraum, falls es partout nicht möglich ist, einen Restmüllbehälter aufzusuchen. Die Entsorgung ist absolut einfach, Feststoffbehälter aus dem Wohnmobil tragen, Mülltüte drüber, das Ganze umdrehen, zwei-, dreimal außen an den Wänden anklopfen, Müllsack abziehen und verknoten...fertig. Die zuvor angesetzte Kokosfasermischung in den Feststoffbehälter, diesen ins Wohnmobil tragen, anschließen, den Quirl zwei-, dreimal drehen lassen.....ebenfalls fertig. Der Sack kann in jedem Restmüllbehälter entsorgt werden, da stinkt, riecht, müffelt nichts und es gibt auch keine Fliegen. Jede einzelne Papierwindel erzeugt zehn Mal mehr Geruch und Fliegen als dieser Sack mit den Feststoffen.

Das hört sich vielleicht alles nach viel Aufwand an, ist es aber nicht, weil die Entsorgung der Feststoffel mit allem Drum und Dran etwa 5 Minuten dauert, nichts riecht, kein Ekel aufkommt und sowieso nur alle 14 Tage gemacht werden muss. Wenn ich da an die Kassette denke, alle 2 Tage an irgendeine versiffte Entsorgungsstation - nein, danke, möchte ich nicht mehr haben.

Was den Einbau betrifft, kommen wir platzmäßig sehr gut damit zurecht und die Bequemlichkeit hat auch enorm zugenommen :-).
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WolfRam
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Re: Trocken-Trenn-Toilette (TTC) eingebaut

Beitrag von WolfRam »

Hallo Indepentent,
auf die von Dir zu Beginn Deines sehr informativen Erfahrungsberichts - Danke dafür - gestellte Frage
independent hat geschrieben: 17.11.2020, 22:50 Ich frage mich auch, warum die Ausstatter noch immer nicht auf die Idee gekommen sind, diesbezüglich Alternativen anzubieten, weil genau diese TTT die Unabhängigkeit signifikant erweitern.
habe ich (m)eine Antwort: In unserer „freien Marktwirtschaft“ geht es nicht um die (technisch/funktionell) beste Lösung, sondern um die mit der besten Rendite. Thetford & Co. verdienen am sogenannten Folgegeschäft, den Chemikalien, die zu einem Centbetrag herstellbar sind und dann teuer verkauft werden. Es gab von einem Vertreter des Marktführers der Chemieklo-Produzenten dazu auf einer Messe den Hinweis, dass der Umsatz mit den Chemikalien – und vor allem die Gewinnmarge – das „interessantere Geschäft“ wäre …

Auch das neu entwickelte Chemie-WC erfordert den Einsatz (teurer) Zusätze. - Den Freunden, die ihren Tank mit Schmierseife in Gebrauch haben oder anderweitig auf die Chemie verzichten, wird damit zukünftig der Garaus gemacht. Derartige Alternativen funktionieren mit der neuen Erfindung (bewusst) nicht. Da der Reisemobilhändler auch das Zubehörgeschäft betreibt, ist und bleibt auch er an diesem „Folgegeschäft“ interessiert.
Grüße aus dem Illertal
WolfRam
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Re: Trocken-Trenn-Toilette (TTC) eingebaut

Beitrag von horst-lehner »

Ich versteh bloß nicht, warum diese Logik der TTC den Graus machen soll und der SOG nicht. Beide machen die Chemie weitgehend überflüssig.

Vielleicht ist es ja doch so, dass der SOG-Aufpreis von ca. 150 Euro besser vermittelbar ist, als der für eine TTC aufzurufende ... weil die Vorteile einer TTC sich halt nicht so leicht erklären sondern erher erfahren lassen. Und weil ein Plumpsklo (was im Prinzip beide sind, aber bei der TTC mehr auffällt) als nicht zeitgemäß gilt ...
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belabw
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Re: Trocken-Trenn-Toilette (TTC) eingebaut

Beitrag von belabw »

independent hat geschrieben: 17.11.2020, 22:50
Noch ein Wort zur Entsorgung der flüssigen Stoffe: Ich habe zwei von diesen Kanistern, falls es wirklich einmal nicht gelingen sollte, das Flüssige zu entsorgen. Aber selbst, wenn man mitten im Wald steht, kann man das Flüssige problemlos entsorgen, weil es biologisch abbaubar ist. Natürlich sollte man darauf achten, nicht die gesamten 8 Liter an einer Stelle zu entsorgen, sondern schlückchenweise an mehreren Stellen. Ansonsten kann die Entsorgung in jeder Toilette erfolgen - beim Ausgießen sollte man schon aufpassen, dass nichts daneben geht -, ohne diese auf längere Zeit durch die Geruchsentwicklung für Nachfolgende unbenutzbar zu machen.....es riecht einfach nichts.
Nur so am Rande (kein Witz): 1:10 verdünnt hast du damit auch DEN perfekten Rasendünger. Nur, zu Hause pinkelt halt niemand gelegentlich in seine Gießkanne, daher wohl doch nicht so verbreitet :P .
Viele Grüße
Manfred
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KudlWackerl
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Re: Trocken-Trenn-Toilette (TTC) eingebaut

Beitrag von KudlWackerl »

independent hat geschrieben: 17.11.2020, 22:50 Guten Abend an alle Interessierten.


Zu den Feststoffen: Wir haben für uns festgelegt, den Behälter alle 14 Tage zu entsorgen, weil wir erstens das Papier mit einwerfen und zweitens der Quirl nach etwa 25 - 30 Sitzungen an die Grenzen seiner Kapazität kommt, der Motor tut sich dann schon echt schwer. Auch wollten wir zwei bis drei Tage Spielraum, falls es partout nicht möglich ist, einen Restmüllbehälter aufzusuchen. Die Entsorgung ist absolut einfach, Feststoffbehälter aus dem Wohnmobil tragen, Mülltüte drüber, das Ganze umdrehen, zwei-, dreimal außen an den Wänden anklopfen, Müllsack abziehen und verknoten...fertig. Die zuvor angesetzte Kokosfasermischung in den Feststoffbehälter, diesen ins Wohnmobil tragen, anschließen, den Quirl zwei-, dreimal drehen lassen.....ebenfalls fertig. Der Sack kann in jedem Restmüllbehälter entsorgt werden, da stinkt, riecht, müffelt nichts und es gibt auch keine Fliegen. Jede einzelne Papierwindel erzeugt zehn Mal mehr Geruch und Fliegen als dieser Sack mit den Feststoffen.

Das hört sich vielleicht alles nach viel Aufwand an, ist es aber nicht, weil die Entsorgung der Feststoffel mit allem Drum und Dran etwa 5 Minuten dauert, nichts riecht, kein Ekel aufkommt und sowieso nur alle 14 Tage gemacht werden muss. Wenn ich da an die Kassette denke, alle 2 Tage an irgendeine versiffte Entsorgungsstation - nein, danke, möchte ich nicht mehr haben.

Was den Einbau betrifft, kommen wir platzmäßig sehr gut damit zurecht und die Bequemlichkeit hat auch enorm zugenommen :-).

Durch die Mülltüte im Restmüll wird das ganze zum Umweltproblem.

Wenn du sowieso nur alle paar Wochen entsorgen musst, warum dann nicht konsequent sein und das Substrat zuhause auf den Komposthaufen?

Grüße, Alf
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Arminius
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Re: Trocken-Trenn-Toilette (TTC) eingebaut

Beitrag von Arminius »

independent hat geschrieben: 17.11.2020, 22:50 Ich frage mich auch, warum die Ausstatter noch immer nicht auf die Idee gekommen sind, diesbezüglich Alternativen anzubieten, weil genau diese TTT die Unabhängigkeit signifikant erweitern.
Wenn du bereit bist fast 2 Jahre auf dein neues Wohnmobil zu warten kannst du bei dieser Firma eine Trockentrenntoilette ab Werk bestellen. Sie heißt Cindy und kostet 998€.

https://www.wochnermobil.de/startseite
Gruß Martin
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Re: Trocken-Trenn-Toilette (TTC) eingebaut

Beitrag von independent »

WolfRam hat geschrieben: 18.11.2020, 11:41
...........habe ich (m)eine Antwort: In unserer „freien Marktwirtschaft“ geht es nicht um die (technisch/funktionell) beste Lösung, sondern um die mit der besten Rendite. Thetford & Co. verdienen am sogenannten Folgegeschäft, den Chemikalien, die zu einem Centbetrag herstellbar sind und dann teuer verkauft werden. Es gab von einem Vertreter des Marktführers der Chemieklo-Produzenten dazu auf einer Messe den Hinweis, dass der Umsatz mit den Chemikalien – und vor allem die Gewinnmarge – das „interessantere Geschäft“ wäre …

Auch das neu entwickelte Chemie-WC erfordert den Einsatz (teurer) Zusätze. - Den Freunden, die ihren Tank mit Schmierseife in Gebrauch haben oder anderweitig auf die Chemie verzichten, wird damit zukünftig der Garaus gemacht. Derartige Alternativen funktionieren mit der neuen Erfindung (bewusst) nicht. Da der Reisemobilhändler auch das Zubehörgeschäft betreibt, ist und bleibt auch er an diesem „Folgegeschäft“ interessiert.
Hallo WolfRam,

ich sehe das ähnlich wie horst-lehner. Wir haben am Beginn unseres Campinglebens ein einziges Mal die Chemie genutzt und sogleich beschlossen, dass die gar nicht geht. Somit wurde eine SOG-Anlage eingebaut, womit wir bei unserem ersten Wohnmobil sehr zufrieden waren, was aber nichts an den Entleerintervallen und auch nichts am Geruch beim Entleeren änderte. Aber es stimmt auch, dass viele Wohnmobilfahrer nach wie vor Chemie einsetzen, was daher natürlich ein Geschäft bedeutet. Andererseits gibt es auch ein Nachfolgegeschäft mit den Kokosfasern, was aber zugegebenermaßen nicht diese tollen Margen bescheren wird.

Ich habe das jetzt nicht so verfolgt, aber warum funktioniert eine SOG-Anlage bei den neu entwickelten Chemietoiletten nicht und warum können diese nur mit Chemie betrieben werden?
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Re: Trocken-Trenn-Toilette (TTC) eingebaut

Beitrag von independent »

belabw hat geschrieben: 18.11.2020, 14:25 Nur so am Rande (kein Witz): 1:10 verdünnt hast du damit auch DEN perfekten Rasendünger. Nur, zu Hause pinkelt halt niemand gelegentlich in seine Gießkanne, daher wohl doch nicht so verbreitet :P .
Hallo belabw, danke für diesen Tipp, der mir auch bekannt war, wobei man aber immer nur den letzten Kanister dafür verwenden kann, weil es sonst doch eine stinkende Angelegenheit würde :-).
independent
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Re: Trocken-Trenn-Toilette (TTC) eingebaut

Beitrag von independent »

KudlWackerl hat geschrieben: 18.11.2020, 14:39 Durch die Mülltüte im Restmüll wird das ganze zum Umweltproblem.

Wenn du sowieso nur alle paar Wochen entsorgen musst, warum dann nicht konsequent sein und das Substrat zuhause auf den Komposthaufen?

Grüße, Alf
Hallo Alf,

ich denke, dass so alles, was von Campern verursacht wird, die Umwelt belastet. Natürlich könnte man auch diesen Weg gehen - wenn man aber zwei Monate unterwegs ist, könnte das unter Umständen ein Platzproblem werden.

Jetzt noch etwas zum Kompostieren: Damit die Feststoffe tatsächlich richtig kompostiert sind, benötigt es einen Zeitrahmen von etwa einem Jahr. Hier sind aber vermutlich noch nicht die Spurenelemente, die wir als Fleischesser ausscheiden, abgebaut......und da rede ich noch nicht von eventuell einzunehmenden Medikamenten.

Wenn man jetzt einmal die Umweltverträglichkeit in Relation zur Chemietoilette setzt, denke ich, dass die TTT ein Wettrennen um diese Verträglichkeit bei jedem Wetter gewinnt. Bei einem Monat Reisedauer muss die Kassette bei einem Haushalt mit zwei Personen alle zwei bis drei Tage entsorgt werden, was bedeutet, dass es zwischen zehn und fünfzehn Entsorgungsvorgängen kommt. Wenn wir jetzt sogar annehmen, dass keine Chemie verwendet wird, benötigt man für diese Entsorgung bis zu 300 Liter Wasser, das durch die Fäkalien verschmutzt wird. Bei den Feststoffen der TTT benötige ich null Liter Wasser und bei Entsorgung der flüssigen Stoffe bin ich bei maximal 50 Liter, wenn ich immer in der Toilette entsorge. Wenn jetzt noch Chemie dabei ist, schaut die Bilanz noch trister für die Kassette aus.

Bei den Feststoffen reden wir im Monat bei zweimaliger Entsorgung von etwa 20 Liter Volumen, na ja, vielleicht 25 Liter, die im Restmüll entsorgt werden. Wie viele Papierwindeln werden in einem einzigen Bundesland in Deutschland tagtäglich entsorgt? Was noch dazu kommt, wir belasten während der Nutzung der TTT kein einziges Klärwerk, ausgenommen marginal mit den flüssigen Stoffen, wenn in der Toilette entsorgt wird.
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Re: Trocken-Trenn-Toilette (TTC) eingebaut

Beitrag von independent »

Arminius hat geschrieben: 18.11.2020, 16:33
Wenn du bereit bist fast 2 Jahre auf dein neues Wohnmobil zu warten kannst du bei dieser Firma eine Trockentrenntoilette ab Werk bestellen. Sie heißt Cindy und kostet 998€.

https://www.wochnermobil.de/startseite
Ja, aber diese zwei Jahre sind weniger der Trenntoilette sondern mehr der Manufaktur der Firma Wochner geschuldet :-).

Die Ausstatter könnten wirklich ein gutes Geschäft mit dieser Alternative machen, weil sie einfach mehr technischen Möglichkeiten als jeder Private haben. Ich bin auch überzeugt davon, wenn es ein integratives und ausgegorenes Produkt gäbe, dass man schon einen gewissen Preis dafür verlangen könnte und die Leute auch mehr darauf zurückgreifen würden.
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