Feinstaub- und Stickoxidhysterie ???

Chemie und die Auswirkungen auf die Umwelt

Benutzeravatar
johnny48
Beiträge: 200
Registriert: 30.05.2010, 16:18
Fahrzeug: Tramp CL 578 auf Fiat, Modelljahr 2013 bis 2016
spezielles zum Fahrzeug: DUC 150
Spritmonitor: 429456

Re: Feinstaub- und Stickoxidhysterie ???

Beitrag von johnny48 » 06.03.2018, 12:07

Ich will ja nicht unken, aber das war und ist genau mein Tenor im “Abgasbeitrag“ gewesen.
Im Gegenzug wurde ich dann von Forenschulmeistern wie @Colorado rundgemacht:

“..........und raus bist du eh schon lange, weil du zum eigentlichen Thema nichts substanzielles beiträgst. Begründung. Ich kann z.B. nicht wie du schreibst erkennen, dass sich bei uns gefühlt irgend einer verrückt macht. Das macht ja auch keinen Sinn, Gesetze und Normen müssen halt eingehalten werden. Und die gesetzlichen Abgaswerte werden aber halt nicht eingehalten..............................

Und eine Hyterie bei der Wahrnehmung und Umsetzung von EU-Normen wie du schreibst bei uns - , das halte ich auch für falsch, kann ich nirgends beobachten. Gesetze sind doch nun mal einzuhalten und ich sehe nirgends Hysterie deswegen von irgend jemand. Für mich ist das was du da schreibst desshalb nicht nur falsch sondern eher so was wie üble Stimmungsmache..............“
Lieben Gruß
von johnny48

Ludo

Re: Feinstaub- und Stickoxidhysterie ???

Beitrag von Ludo » 06.03.2018, 19:42

Endlich hats mal einer laut und deutlich ausgesprochen -->> HURRA

Benutzeravatar
horst-lehner
Beiträge: 1651
Registriert: 21.09.2005, 19:23
Fahrzeug: ML-T 540 auf MB, Modelljahr 2016 bis 2018
spezielles zum Fahrzeug: 163PS, 7G-TRONIC, VBSemiAir, Arktispaket (ALDE-Heizung etc.) – davor: C524GT('03), C51('90)
Spritmonitor: 725710
Wohnort: Raum Stuttgart
Kontaktdaten:

Re: Feinstaub- und Stickoxidhysterie ???

Beitrag von horst-lehner » 07.03.2018, 12:39

Zu den medizinischen Auswirkungen von Stickoxid und Feinstaub kann ich nix sagen, davon verstehe ich nix.

Aber was der Herr Klingner da auf der MDR-Website von sich gibt ist Bullshit. Er tut nämlich so, als seien die Roh-Emissionen von Stickoxid und Feinstaub auch die, die tatsächlich aus dem Auspuff kommen. Er unterschlägt also die in jedem modernen Diesel vorhandenen Rußfilter und SCR-Kats. Nur unter dieser Voraussetzung gibt es einen direkten Zusammenhang zwischen Verbrennungstemperatur und Emissionen. Wir hatten das schon vor Monaten und Jahren ausführlichst durch (u. a. hier, hier und hier).

Grüße von Horst
Zuletzt geändert von horst-lehner am 25.03.2018, 07:21, insgesamt 1-mal geändert.

SL-OW

Re: Feinstaub- und Stickoxidhysterie ???

Beitrag von SL-OW » 07.03.2018, 13:49

Zitat Klingner:
" Wenn wir wenig Partikel - also Feinstaub - ausstoßen wollen, müssen wir die Temperatur des Motors erhöhen, um den Kraftstoff vollständig zu verbrennen. Dann steigen aber die Stickoxid-Emissionen. "
Ist diese Aussage falsch?
Ansonsten halte ich diese Aussage für relevant:
" Das Verbannen von Autos ist also unnötig?
Klingner: Ja, das ist weitgehend Unsinn, man muss ganz deutlich sagen. Das Gesundheitsrisiko wird maßlos überschätzt und übertrieben, die Horrorzahlen von Feinstaubtoten oder Stickoxidtoten ist reiner Populismus. An dem Feinstaub, den wir messen ist noch kein Mensch gestorben."

Gruß
Rolf

Benutzeravatar
horst-lehner
Beiträge: 1651
Registriert: 21.09.2005, 19:23
Fahrzeug: ML-T 540 auf MB, Modelljahr 2016 bis 2018
spezielles zum Fahrzeug: 163PS, 7G-TRONIC, VBSemiAir, Arktispaket (ALDE-Heizung etc.) – davor: C524GT('03), C51('90)
Spritmonitor: 725710
Wohnort: Raum Stuttgart
Kontaktdaten:

Re: Feinstaub- und Stickoxidhysterie ???

Beitrag von horst-lehner » 07.03.2018, 14:38

SL-OW hat geschrieben:Zitat Klingner:
" Wenn wir wenig Partikel - also Feinstaub - ausstoßen wollen, müssen wir die Temperatur des Motors erhöhen, um den Kraftstoff vollständig zu verbrennen. Dann steigen aber die Stickoxid-Emissionen. "
Ist diese Aussage falsch?
Ja, ist sie, zumindest in ihrer suggerierten Alternativlosigkeit.

Es gibt mehrere Wege, die Partikelemissionen zu senken. Einer davon ist, die Verbrennungstemperatur zu erhöhen. Ein anderer besteht in einem Partikelfilter. Wählt man eine höhere Verbrennungstemperatur, steigen die Stickoxidwerte im Rohabgas. Das sind aber nicht notwendig auch Emissionen, weil ja ein SCR-Kat verbaut werden kann.

Ob Herr Klingner und andere recht haben, wenn sie sagen, dass die aktuellen Feinstaub- und NOx-Grenzwerte unnötig niedrig sind, kann ich nicht sagen. Ganz sicher sind sie aber erreichbar. Es ist unnötig, Feinstaub- und NOx-Grenzwerte gegeneinender auszuspielen. Seit vielen Jahren erreichen Euro-VI-LKWs diese Grenzwerte, und die neueste Generation von PKW-Dieselmotoren mit motornaher Abgasnachbehandlung kriegt es jetzt auch hin.

Ich verstehe gar nicht, welches Problem Herr Klingner mit seiner lückenhaften Argumentation lösen will. Ist AdBlue tanken wirklich so schlimm?

Grüße von Horst


Benutzeravatar
horst-lehner
Beiträge: 1651
Registriert: 21.09.2005, 19:23
Fahrzeug: ML-T 540 auf MB, Modelljahr 2016 bis 2018
spezielles zum Fahrzeug: 163PS, 7G-TRONIC, VBSemiAir, Arktispaket (ALDE-Heizung etc.) – davor: C524GT('03), C51('90)
Spritmonitor: 725710
Wohnort: Raum Stuttgart
Kontaktdaten:

Re: Feinstaub- und Stickoxidhysterie ???

Beitrag von horst-lehner » 09.03.2018, 23:11

Prof. Dr. Köhler war ja schon eingangs mit dem Artikel in den Stuttgarter Nachrichten verlinkt. Zu seiner Ansicht habe ich keine Meinung, kann ich beim besten Willen nicht beurteilen. Ganz im Gegensatz zu dem Geschwurbel von Klingner...

Ludo

Re: Feinstaub- und Stickoxidhysterie ???

Beitrag von Ludo » 09.03.2018, 23:43

horst-lehner hat geschrieben:Prof. Dr. Köhler war ja schon eingangs mit dem Artikel in den Stuttgarter Nachrichten verlinkt. Zu seiner Ansicht habe ich keine Meinung, kann ich beim besten Willen nicht beurteilen. .
Wird auch besser sein
Professor Dr. med Köhler war unter den deutschen Lungenexperten mal eine große Nummer. Fünf Jahre lang, von 2002 bis 2007, war er Präsident der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie, er lehrte an den Universitäten Marburg und Freiburg und war fast 28 Jahre lang ärztlicher Direktor des Fachkrankenhauses Kloster Grafschaft in Schmallenberg. Seit 2013 ist er im Ruhestand, was ihm nach eigenen Angaben vor allem eines gebracht hat: vollständige Unabhängigkeit.
horst-lehner hat geschrieben: Ganz im Gegensatz zu dem Geschwurbel von Klingner...
Der Mann ist immerhin Leiter des Fraunhofer-Instituts für Verkehrs- und Infrastruktursysteme IVI Dresden , kannst Du eine ähnliche Qualifikation aufweisen ?

hymersprinter
Beiträge: 220
Registriert: 22.06.2014, 10:16

Re: Feinstaub- und Stickoxidhysterie ???

Beitrag von hymersprinter » 09.03.2018, 23:53

Den Link hatte ich übersehen. Ich denke aber das größte Problem ist, dass von Politik und Pseudofachleuten zurzeit auf jeden Zug aufgesprungen wird ohne vernünftig zu analysieren. Die momentane Panikmache hilft niemandem. Jedenfalls niemandem am Wirtschaftsstandort Deutschland.
Wir werden letztlich noch viele Jahre Diesel fahren. Auch in den Städten und auch mit weniger als Euro6.

Benutzeravatar
horst-lehner
Beiträge: 1651
Registriert: 21.09.2005, 19:23
Fahrzeug: ML-T 540 auf MB, Modelljahr 2016 bis 2018
spezielles zum Fahrzeug: 163PS, 7G-TRONIC, VBSemiAir, Arktispaket (ALDE-Heizung etc.) – davor: C524GT('03), C51('90)
Spritmonitor: 725710
Wohnort: Raum Stuttgart
Kontaktdaten:

Re: Feinstaub- und Stickoxidhysterie ???

Beitrag von horst-lehner » 10.03.2018, 00:18

Es spräche ja auch nix gegen Nachrüst-SCR-Katalysatoren ... außer, dass die Autoindustrie natürlich lieber ganze Autos verkauft. Im Gegensatz zu Nachrüst-Rußfiltern würden die sogar wirklich funktionieren ...

SL-OW

Re: Feinstaub- und Stickoxidhysterie ???

Beitrag von SL-OW » 10.03.2018, 11:39

Nein, es spricht nichts gegen eine Nachrüstung.
Trotzdem bin ich der Meinung und da stehe ich nicht alleine, dass die ganze Abgasdebatte nicht wissenschaftlich geführt wird, sondern sehr stark interessengeleitet ist.
Wenn der Abmahnverein Deutsche Umwelthilfe von Menschenversuchen spricht ist es nichts Anderes als reine Panikmache.
Für mich sind zahlenmäßige Aussagen von sogenannten Umweltverbänden, oder auch vom Umweltbundesamt über Todesfälle durch Abgase durch nichts belegt.
Noch nie war die Luft in Deutschland während der letzten hundert Jahre sauberer als heute.
Gruß
Rolf

Benutzeravatar
johnny48
Beiträge: 200
Registriert: 30.05.2010, 16:18
Fahrzeug: Tramp CL 578 auf Fiat, Modelljahr 2013 bis 2016
spezielles zum Fahrzeug: DUC 150
Spritmonitor: 429456

Re: Feinstaub- und Stickoxidhysterie ???

Beitrag von johnny48 » 10.03.2018, 11:56

Lieben Gruß
von johnny48

Benutzeravatar
Johann
Beiträge: 2884
Registriert: 09.05.2006, 12:42
Fahrzeug: B 524 auf Fiat, Modelljahr 1999 bis 2006
spezielles zum Fahrzeug: B 524, Maxi, 2.3 JTD, Partikelfilter, EZ: 3/2006
Spritmonitor: 202688
Wohnort: Ladenburg

Re: Feinstaub- und Stickoxidhysterie ???

Beitrag von Johann » 10.03.2018, 14:05

SL-OW hat geschrieben:Trotzdem bin ich der Meinung und da stehe ich nicht alleine, dass die ganze Abgasdebatte nicht wissenschaftlich geführt wird, sondern sehr stark interessengeleitet ist. ... Noch nie war die Luft in Deutschland während der letzten hundert Jahre sauberer als heute.
Hallo Rolf,
dass diese Diskussionen um NOx auch interessengeleitet sind, glaube ich gerne. Es gibt gute Argumente PRO und CONTRA. Wie fast überall. Wenn es aber Indizien dafür gibt, dass es 2014 (mindestens) 6.000 Todesfälle in Deutschland durch Herz-Kreislauf-Versagen gegeben hatte, die auf NOx zurückgeführt werden können, dann dürfen weder Politik noch Auto-Industrie die Hände in den Schoß legen.
Nur wurde alles mehr oder weniger halbherzig gemacht. Warum? Weil es alles doch so viel Geld kostet. - Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass in den 60er Jahren Unfallforschungen betrieben worden waren, weil es einfach zu viele Tote im Straßenverkehr gegeben hatte. Erst dann wurden Knautschzonen und (relativ) sichere Fahrgastzellen 'erfunden'. Und heute gibt es (fast) keine Kraftfahrzeuge ohne (relativ) unfallsichere Aufbauten. Ausgenommen natürlich sehr viele integrierte Reisemobile.

Johann
Grüße aus Ladenburg als der ältesten Stadt rechts des Rheins,
Johann

SL-OW

Re: Feinstaub- und Stickoxidhysterie ???

Beitrag von SL-OW » 10.03.2018, 14:46

Hallo Johann,
es ist mir aber unbegreiflich wie das Umweltbundesamt auf die Zahl von 6000 Abgastoten kommt. Der Nachweis wurde meiner Meinung nach nicht erbracht.
Im Übrigen würde ich mich einer Nachrüstung meines Fahrzeuges nicht entziehen, auch wenn es Geld kostet.
Gruß
Rolf

Antworten
HME Reisemobil-Forum : Disclaimer/Impressum/Datenschutz