Brennstoffzelle jetzt im Katalog der Hymer-Händler...

Chemie und die Auswirkungen auf die Umwelt
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BPHennek
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Brennstoffzelle jetzt im Katalog der Hymer-Händler...

Beitrag von BPHennek » 10.05.2004, 11:35

Nun ist sie da die Brennstoffzelle, welche in Kürze die Solaranlage im Wohnmobil ersetzen kann.
Hymer bietet bereits im Zubehörkatalog der Hymer-Händler diese Brennstoffzelle an.

Bild

Wie so oft haben wir geglaubt, dass der benötigte Wasserstoff aus Wasser gewonnen werden kann und damit ein Schadstofffreier Betrieb der Brennstoffzelle möglich wäre. Nein, man verwendet Methanol dafür, weil man dafür die geringsten Probleme bei der Versorgungssicherung hat.
Die chemische Industrie kann auf der Basis heutiger Technologie genügend Produktionskapazitäten bereitstellen, die größten Mengen werden aus Erdgas gewonnen. Doch auch aus Kohle, Biomasse oder Abfällen kann - daher sein Name - "Holzgeist" hergestellt werden. Allerdings ist Methanol ebenso wie Benzin eine giftige und korrosive Flüssigkeit. Das erfordert Vorkehrungen beziehungsweise Umrüstungen beim Tanksystem, aber auch den Austausch von manchen Beschichtungsmaterialien oder Teilen aus Aluminium: Sie werden vom Methanol angegriffen.

Wie man das Problem der Giftigkeit von Methanol in der Brennstoffzelle in den Griff bekommen hat, schweigt man sich in Buntprospekten aus. Die chemische Industrie jedenfalls reibt sich die Hände über die Möglichkeit in ein neues Geschäftsfeld einsteigen zu können.
Ich wankte zwar bin aber nun wieder da...
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Garfield
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Re: Brennstoffzelle jetzt im Katalog der Hymer-Händler...

Beitrag von Garfield » 10.05.2004, 23:16

BPHennek hat geschrieben:Wie so oft haben wir geglaubt, dass der benötigte Wasserstoff aus Wasser gewonnen werden kann und damit ein Schadstofffreier Betrieb der Brennstoffzelle möglich wäre. Nein, man verwendet Methanol dafür
:twisted: möchte auch lieber Ethanol *hicks* :twisted:

Spass beiseite.

Ich glaube, ganzheitlich gesehen steckt da etwas mehr dahinter ?

Mit reinem Wasserstoff kann man leicht Probleme bekommen, oder wie war das mit der Hindenburg?

Reiner Wasserstoff erfordert also ein weiteres aufwendiges Tank- und Entnahmesystem. Technisch lösbar aber wohl zu teuer und bei den eh überladenen WoMos zu schwer.

Dann die Sache mit dem Gefahrguttransport. Viele wissen gar nicht was sie machen, wenn sie in den Winterurlaub noch in der Garage zwei weitere 11 kg Flaschen mitführen. Für WoMo's gibt es eine Ausnahmegenehmigung damit diese überhaupt zwei Flaschen mitführen dürfen - alles weitere Gefahrgut ist nicht erlaubt...

Tja, da ist denen wohl nur der Ausweg über das kleinste gemeinsame Übel geblieben - Methanol. Es soll ja auch bezahlbar sein und ohne diese Anfänge werden möglicherweise echte Potenziale verschenkt. Ich freue mich eigentlich nach diesem Anfang auf die nahe Zukunft, wenn der Markt erst einmal von den Herstellern entdeckt wird. Vielleicht reicht dann sogar der mitgeführte Gasvorrat oder die WoMo's werden mit 20-Liter-Unterflur-Wasserstoffbehältern ausgestattet, die dann neben der Brennstoffzelle katalytisch die Wärme für Heizung, Wasser und Kochen erzeugen?

1. p.s.: Ich kann mich genau erinnern, wie Herr Pacchiaffo (ehemaliger Technikvorstand Hymer) vor ca. zwei Jahren meine Frage nach dem Einsatz von Brennstoffzellen in das Reich der Fabeln verwies...

2. p.s.: ich kann mich daran erinnern, dass irgend jemand mit den Hersteller-Leuten gesprochen hat (muss mal in den grauen Zellen kramen). Jedenfalls sollen die richtig abstruse Ideen gehabt haben und wollten keinerlei wohlgemeinte Ideen von erfahrenen Mobilisten gelten lassen. (kram weiter )
Viele Grüße, Peter
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Beitrag von BPHennek » 11.05.2004, 07:16

Die Brennstoffzelle kostet 2.680 €uro derzeit.

Das Methanol kostet ca. 60 €uro (vier Kanister a' 2,5 Liter für je 80 Stunden). Die Nennleistung des SFC A25 beträgt 25W. Zu- und Ablüftung kostet nochmals 44 €uro.

Es wird im Hymer-Katalog damit geworben, dass die Brennstoffzelle leise wäre wie ein Computer und frei von störenden Emissionen (was auch immer darunter verstanden wird!). Über die Entsorgung wird nichts ausgeführt.

Die Brennstoffzelle läuft immer dann, wenn Energie benötigt wird mit einer Geräuschemission von 40dB(A)!
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Beitrag von BPHennek » 11.05.2004, 09:31

Über das Risiko Methanol in Brennstoffzellen zu verwenden, habe ich nachfolgendes gefunden:

http://www.bics.be.schule.de/son/verkeh ... 891_06.htm
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Beitrag von Dieter Kolbe » 24.06.2004, 21:24

Die Sache mit der Brennstoffzelle und dem Methanol - es geht weiter bei der Firma SFC und Hymer.
Letzte Woche (18 Juni, wurde bei meinem Arbeitskollegen die neue 50 W Brennstoffzelle in sein WOMO eingebaut. Er ist auf dem Gebiet Elektrotechnik sehr gut bewndert und wir waren schon länger mit SFC (Smart Fuel Cell) in Verbindung. Er hielt auch einen Vortrag bei SFC mit den Hintergründen eines WOMO-Fahrers, welche sehr zum Erstaunen beitrug. Die Firma hat nun einige Verbesserungen in die neue 50W FuelCell einbegaut, aber immer noch nicht wie angeregt. Die SFC arbeitet seit 1 Woche im Wohnmobil und der Tes sah wie folgt aus: (nur zum Klarstellen, daß dies kein Ersatz von Solar ist). Batterie mit einem konstanten Strom auf 50% entladen. Dann SFC angeschlossen und an sie starte automatisch sobald die Batteriespüannung unter 12,0V fällt, was der Fall ist, soblad man einen Verbraucher einschaltet. Der maximale LAdestrom ist 3,7A. Die fhlende Kapazität war 100Ah, was bedeutete, daß die FuelCell ca. 27 Stunden volle Leistung bringen muß. Dabei generiert die Fuelcell ca. 200W Wärme, welches den Laderaum gut aufheizt. Die Geräusche des Ventilators und der Methanolpumpe sind auch nicht ganz zu vernachlässigen. Aber nun zu den Kosten. Wir haben den Standard Verbrauch der FuelCell und eines WOMO in Ah umgerechnet und kamen inklusive Abschriebung der FuelCell und des Methanols auf 15 € pro Ah. Das ist sehr viel. Wer mehr wissen will, Hymer wird auf dem DüsseldorferSalon dies alles vorstellen.
Gruß
Dieter

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Beitrag von BPHennek » 25.06.2004, 10:51

Danke für den Bericht!
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Beitrag von Dieter Kolbe » 06.07.2004, 21:31

Betrifft meine Kostenberechnung zu der neuen Fuel Cell von SFC.
Die Kosten für eine Ah sind ca. 39 Cent und eine komplette Nachladung von 40 Ah (normaler Verbrauch eines Tages mit TV im Winter) kostet mit Abschreibung ca 15,-€. Das bedeutet, daß man mit einem Stromanschluß und ca. 2,- € pro Nacht billiger dran ist.
Der MArkt ist neu und wir sollten abwarten. Immerhin gibt es mit dem Transport und der Versorgung kein Problem. Die Firma SFC will ein Vertriebsnetz für "ihre" Methanolflaschen aufbauen, was die Versorgung in Deutschland sichert. Man kann die Flaschen nicht irgendwo auffüllen lassen, da es spezielle Verschlüsse innen drinne gibt, aber man kann mehrere Flaschen parallel im WOMO einbauen und dadurch eine höhere Verfügbarkeit erhalten. Nichtsdestotrotz, die maximale Betriebszeit ist nun halt auf ca. 3000 Stunden begrenzt und dann muß man zum Service um die Membrane austauschen zu lassen, für mehrere hundert Euro.
Man sollt darüber nachdenken.
Dieter

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Beitrag von BPHennek » 07.07.2004, 15:48

Wenn ich so unsere Art mobilen Urlaub zu machen betrachte mit max. 3-4 Tagen auf einem Campingplatz (am Netz!), zwischendurch mal max. 2 Tage auf einem Stellplatz ohne Strom und den Verauchsgewohnheiten für Strom, dann stelle ich fest, dass meine zwei 80 Ah Batterien mir genug Energie liefern. Geplant habe ich jetzt noch zwei Solarzellen aufzubauen, dann habe ich keine Sorge mehr stromlos zu bleiben.

Die Brennstoffzelle wird wohl in unsere Wohnmobil nie reinkommen.
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