MAUT DEUTSCHLAND

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Sigi
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MAUT DEUTSCHLAND

Beitrag von Sigi » 10.01.2019, 18:15

Jetzt scheint es so weit zu sein - die deutsche Maut kommt: Der liebe Herr Verkehrsminister hat mitgeteilt, dass die Maut ab Oktober 2020 kassiert wird - Verträge mit den Eintreiberfirmen wurden im Dezember 2018 unterzeichnet.
Da uns allen versprochen wurde, dass wir über die Kfz- Steuer entsprechend entlastet werden, sodass niemand unter dem Strich eine Mehrbelastung hätte, könnten wir der Sache eigentlich entspannt entgegen sehen, wenn da nicht der Teufel im Detail stecken würde:
Bild

Anders als bei sämtlichen anderen Fahrzeugarten (einschl. Lkw) soll die Maut für Wohnmobile nämlich nicht nach Abgasklasse, sondern rein nach Gewicht erhoben werden.

Für meinen ML-T (4,00 t) fällt nach obenstehender Tabelle eine Maut von 320 Euro an.
Wie das kompensiert werden soll, da ich (dank Euro VI) nur 260 Euro KfzSteuer zahle...?

Noch schöner die Vergleichsrechnung:
Wenn ich einen Pkw mit demselben Motor fahren würde, wäre die Maut: 105,80 Euro!

Ich hoffe doch sehr, dass jetzt eine Flut von Protestschreiben beim lieben Herrn Verkehrsminister eingehen wird - denn das ist ja wohl absoluter Blödsinn.

Und ein Extra-Hinweis an Johann: Ja, die RU hat das Thema aufgegriffen und wird sich, zusammen mit möglichst vielen anderen Fachverbänden, massiv in Berlin für die Reisemobilfahrer einsetzen - auch für diejenigen, die hier immer wieder schreiben, dass ihnen das am ... vorbeiginge, aber die Blödmänner, die damit ihre Freizeit vergeuden wollen, das ja gerne machen könnten.

Gruß
Sigi

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horst-lehner
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Re: MAUT DEUTSCHLAND

Beitrag von horst-lehner » 10.01.2019, 19:55

Sigi hat geschrieben:
10.01.2019, 18:15
Für meinen ML-T (4,00 t) fällt nach obenstehender Tabelle eine Maut von 320 Euro an.
Nö. In der Anlage zu § 8 des Infrastrukturabgabengesetzes ist ein Höchstbetrag von 130 Euro festgelegt, der auch für Wohnmobile gilt. Weniger können es nur werden, wenn das Wohnmobil 1600kg oder weniger zGM hat, also praktisch nie. Man könnte also vereinfacht sagen, die Maut für Wohnmobile beträgt 130 Euro pro Jahr. Insoweit also Entwarnung.
Sigi hat geschrieben:
10.01.2019, 18:15
Noch schöner die Vergleichsrechnung:
Wenn ich einen Pkw mit demselben Motor fahren würde, wäre die Maut: 105,80 Euro!
Sachgerecht wäre eine Maut, die Achslasten progressiv berücksichtigt und die Zahl der Achsen linear. Straßen werden nämlich nicht von Hubraum abgenutzt, sondern von schweren Achslasten. Insofern dürfte ein Wohnmobil mit 2 x 2t Achslast durchaus mehr als das Doppelte kosten, als ein Auto mit 2 x 1t Achslast -- auch wenn beide den gleichen Motor haben.
Sigi hat geschrieben:
10.01.2019, 18:15
Herr Verkehrsminister hat mitgeteilt, dass die Maut ab Oktober 2020 kassiert wird
Die Einführung der PKW-Maut insgesamt sehe ich aus mehreren Gründen in weiter Ferne -- bis hin zu gar nie.

Der Zeitplan wurde schon bisher nicht eingehalten. Außer der CSU will die Maut kaum noch jemand -- und je näher die nächste Bundestagswahl rückt um so weniger Politiker werden noch Interesse daran haben. Es ist durchaus denkbar, dass die Maut sanft entschläft, weil niemand sie mehr wirklich will, und also niemand die Voraussetzungen schafft, sie einführen zu können.

Dazu kommt: Das Gesetz ist wahrscheinlich weder zum EU-Recht noch zur bundesdeutschen Verfassung konform. Es diskriminiert nach Auffassung vieler Rechtsexperten Ausländer; deshalb klagen Österreich und die Niederlande vor dem EuGH.

Wenig beachtet worden ist bisher, dass es auch Deutsche in unzulässiger Weise diskriminiert; sie müssen
  • nicht nur für Bundesfernstraßen zahlen, sondern auch für andere
  • eine Jahresvignette kaufen; haben keine Wahl zwischen den verschiedenen Zeitvignetten
Grüße von Horst

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Re: MAUT DEUTSCHLAND

Beitrag von Sigi » 10.01.2019, 20:05

Danke, Horst, für die Aufklärung.

Ob es wirklich so einfach sein wird, das ungeliebte Kind einfach so versanden zu lassen?
Immerhin hat man mit zwei Firmen einen Vertrag geschlossen.

Aber wir werden sehen...

Gruß
Sigi

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Re: MAUT DEUTSCHLAND

Beitrag von horst-lehner » 10.01.2019, 20:59

Sigi hat geschrieben:
10.01.2019, 20:05
Ob es wirklich so einfach sein wird, das ungeliebte Kind einfach so versanden zu lassen?
Immerhin hat man mit zwei Firmen einen Vertrag geschlossen.
Wenn ein Gericht das Ganze stoppt, zahlen wir Steuerzahler bestimmt gern entsprechende Vertragsstrafen :twisted:

Und wenn nicht: Was wollen denn die Reisemobilisten? Mit 130 Euro, die zudem bei der KFZ-Steuer erstattet werden, kommen sie doch gut weg...
Zuletzt geändert von horst-lehner am 11.01.2019, 00:00, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: MAUT DEUTSCHLAND

Beitrag von Teddy65 » 10.01.2019, 21:32

Wenn ich z.Bsp. an meine Mutter denke, die mit ihren 76 Jahren mit dem Wohnmobil quasi NIE Autobahnen nutz und selbst mit ganzen 1500-2000km/Jahr den PKW so gut wie nur zum einkaufen und Arztbesuche nutzt, kann ich sehr gut nachvollziehen, dass sie für eine Nutzungs- bzw. Streckenabhängige Maut plädiert.
Gruß vom Teddy

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Re: MAUT DEUTSCHLAND

Beitrag von Peter_R » 11.01.2019, 01:56

Ich weiß nicht, was Ihr wollt. :?:

Gefühlt hab ich in Europa in gut 20 Ländern Mautgebühren bezahlt.
Ich werde auch gerne in Deutschland für meine Strassenbenutzung meine Maut bezahlen.
Für jedes meiner Fahrzeuge.

Peter

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Re: MAUT DEUTSCHLAND

Beitrag von Ludo » 11.01.2019, 09:21

horst-lehner hat geschrieben:
10.01.2019, 20:59
Und wenn nicht: Was wollen denn die Reisemobilisten? Mit 130 Euro, die zudem bei der KFZ-Steuer erstattet werden, kommen sie doch gut weg...
Wie kommst Du auf 130€ bei einem Steuersatz von 16€ je 200 Kilo ?
Tschüß

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Re: MAUT DEUTSCHLAND

Beitrag von Ludo » 11.01.2019, 09:24

Teddy65 hat geschrieben:
10.01.2019, 21:32
......................kann ich sehr gut nachvollziehen, dass sie für eine Nutzungs- bzw. Streckenabhängige Maut plädiert.
Hat Sie doch schon lange : nennt sich "Mineralölsteuer (oder so ähnlich)", ist absolut gerecht, wer nicht fährt zahlt nix, wer mit einem SUV 100tkm/Jahr macht zahlt viel

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Tschüß

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Re: MAUT DEUTSCHLAND

Beitrag von Heiko » 11.01.2019, 16:26

Ludo hat geschrieben:
11.01.2019, 09:21
horst-lehner hat geschrieben:
10.01.2019, 20:59
Und wenn nicht: Was wollen denn die Reisemobilisten? Mit 130 Euro, die zudem bei der KFZ-Steuer erstattet werden, kommen sie doch gut weg...
Wie kommst Du auf 130€ bei einem Steuersatz von 16€ je 200 Kilo ?
horst-lehner hat geschrieben:
10.01.2019, 19:55
Sigi hat geschrieben:
10.01.2019, 18:15
Für meinen ML-T (4,00 t) fällt nach obenstehender Tabelle eine Maut von 320 Euro an.
Nö. In der Anlage zu § 8 des Infrastrukturabgabengesetzes ist ein Höchstbetrag von 130 Euro festgelegt, der auch für Wohnmobile gilt. Weniger können es nur werden, wenn das Wohnmobil 1600kg oder weniger zGM hat, also praktisch nie. Man könnte also vereinfacht sagen, die Maut für Wohnmobile beträgt 130 Euro pro Jahr. Insoweit also Entwarnung.

Grüße von Horst
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Re: MAUT DEUTSCHLAND

Beitrag von KudlWackerl » 11.01.2019, 16:37

Ludo hat geschrieben:
11.01.2019, 09:24

... nennt sich "Mineralölsteuer (oder so ähnlich)", ist absolut gerecht, wer nicht fährt zahlt nix, wer mit einem SUV 100tkm/Jahr macht zahlt viel

Kein Mensch braucht die neue Maut
Der Große Vorteil der Mineralölsteuer ist vor allem, dass der Einzug so extrem günstig ist: Im Massengutterminal bzw. Tanklager ist ein geeichter Zähler, dort wird beim Abfüllen des Sprit in den Kesselwagen oder Tankwagen die Steuer generiert. Kostet minimal.

Wenn man sich im Gegenzug die Investitionen für die Mauterfassung und Verwaltung vorstellt, kommt mir das kalte Grauen.

Grüße, Alf
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Re: MAUT DEUTSCHLAND

Beitrag von Ludo » 11.01.2019, 17:18

horst-lehner hat geschrieben:
10.01.2019, 19:55
Nö. In der Anlage zu § 8 des Infrastrukturabgabengesetzes ist ein Höchstbetrag von 130 Euro festgelegt, der auch für Wohnmobile gilt. Weniger können es nur werden, wenn das Wohnmobil 1600kg oder weniger zGM hat, also praktisch nie. Man könnte also vereinfacht sagen, die Maut für Wohnmobile beträgt 130 Euro pro Jahr. Insoweit also Entwarnung.
Die "Anlage zu §8" ist wohl noch aus der Zeit in der Fahrzeuge zw. 3,5 und 7,49 noch "Mautfreie" Zone waren :cool:

@ Sigi : wo kommt denn "Deine" Tabelle her ?
Tschüß

Ludo

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Re: MAUT DEUTSCHLAND

Beitrag von horst-lehner » 11.01.2019, 17:44

Ludo hat geschrieben:
11.01.2019, 17:18
horst-lehner hat geschrieben:
10.01.2019, 19:55
Nö. In der Anlage zu § 8 des Infrastrukturabgabengesetzes ist ein Höchstbetrag von 130 Euro festgelegt, der auch für Wohnmobile gilt. Weniger können es nur werden, wenn das Wohnmobil 1600kg oder weniger zGM hat, also praktisch nie. Man könnte also vereinfacht sagen, die Maut für Wohnmobile beträgt 130 Euro pro Jahr. Insoweit also Entwarnung.
Die "Anlage zu §8" ist wohl noch aus der Zeit in der Fahrzeuge zw. 3,5 und 7,49 noch "Mautfreie" Zone waren :cool:
Nö, ist sie nicht. Vielmehr stammt sie aus der vom Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz veröffentlichten aktuellen Fassung des Gesetzes über die Erhebung einer zeitbezogenen Infrastrukturabgabe für die Benutzung von Bundesfernstraßen (kurz InfAG). Dieses bildet die Rechtsgrundlage für die Einführung der PKW-Maut in Deutschland.

Also bitte nicht -- kaum zurück -- schon wieder unnötige Verwirrung stiften :mrgreen:

Grüße von Horst

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Re: MAUT DEUTSCHLAND

Beitrag von Ludo » 11.01.2019, 17:52

Horst, warte doch erst mal ab aus welcher Quelle Sigi seine Information hat.............und motz nicht gleich wieder rum...........
horst-lehner hat geschrieben:
11.01.2019, 17:44
Dieses bildet die Rechtsgrundlage für die Einführung der PKW-Maut in Deutschland.
Ein Wohnmobil ist kein PKW, es gibt auch kaum PKW's zw. 3,5 und 7,49T
Tschüß

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Re: MAUT DEUTSCHLAND

Beitrag von hymersprinter » 14.01.2019, 19:46

Gelöscht
Zuletzt geändert von hymersprinter am 14.01.2019, 22:28, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: MAUT DEUTSCHLAND

Beitrag von KudlWackerl » 14.01.2019, 20:30

:mrgreen:

130 € / 16 € / 200 kg = 1.625 kg...

Also für Wohnmobile ab 1.625 kg gilt die Kappungsgrenze?

Ich glaube, die Verantwortlichen sind nicht ganz dicht.

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